Schloss Benrath

Im Süden von Düsseldorf liegt das ehemalige Dorf Benrath (seit 1929 Stadtteil von Düsseldorf). Hier ließ der Kurfürst Karl Theodor von Pfalz-Sulzbach inmitten eines weitläufigen, an das Rheinufer grenzenden Parks, von 1756 bis 1773 ein barockes Schloß von dem Mannheimer Oberbaudirektor Nicolas de Pigage errichten. Das ursprünglich vorhandene Wasserschloß, erbaut von Johannes Lolio genannt Sadeler, mit Tiergarten wurde 1755 abgerissen.

Das „Gartenschloß, schlicht und fein, wie es damals in Paris guter Ton war” (Dehio), liegt in der Achse des Schloßweihers mit zwei seitlichen Kavaliersflügeln und Torgebäuden. Mittelpunkt ist der runde Kuppelsaal, auf den die Parkwege zulaufen; es folgt der Spiegelweiher. Der Hauptbau zeigt den Typ des im französischen Rokoko ausgebildeten Maison de plaisance. Das geschweifte Dach mit seinen ovalen Fenstern paßt sich gut in den Gesamtumriß ein. Die Sandsteinfiguren an der Terrasse und in den Parkanlagen stammen vom Bildhauer Anton von Verschaffelt.

Die Fenster an der Vorderfront täuschen zwischen Sockel und Mansarddach Eingeschossigkeit vor, tatsächlich aber ist das Schloß insgesamt viergeschossig. So konnte Pigage auf relativ kleiner Grundfläche 80 Zimmer unterbringen.

Schloss Benrath Luftbild

Luftbild des barocken Schlosses mit seinen zwei seitlichen Kavaliersflügeln und seinem bis an den Rhein grenzenden Park. Kurfürst Karl Theodor von Pfalz-Sulzbach ließ diese sehr gut erhaltene Gartenschlossanlage von 1756 bis 1773 vom Mannheimer Oberbaudirektor Nicolas de Pigage errichten.

Die zum Park hin gelegenen Säle, das Vestibül und der zentrale Kuppelsaal schmücken üppiger Marmorstuck, Deckengemälde, Blattgoldverzierungen an den Rahmen der Spiegeln und die Intarsienmuster des Parketts im Stil von Louis XVI. An der Innengestaltung der Räume haben bedeutende Künstler gearbeitet, darunter Akademiedirektor Lambert W. Krahe (Deckengemälde).

Durch das Vestibül betritt man den prächtigen Kuppelsaal, der durch das Pantheon in Rom und den römischen Barock angeregt ist. Er nimmt die ganze Gebäudehöhe ein. Der Marmorboden ist in der Mitte als Stern zusammengefaßt. Nach oben hin wird der Raum lichter, bis er sich in den Götterhimmel öffnet (Diana mit Gefolge, von Krahe); eine Musikempore ist in der Kuppel verborgen. Zugeordnet sind die beiden Gartensäle sowie, an der Mitte der Schmalseiten, Schlafzimmer des Kurfürsten und seiner Gemahlin, mit Ankleideräumen und Bädern. Die schön geschwungene Haupttreppe führt in das Obergeschoß mit der Kapelle. Die Räume sind mit wertvollen Möbeln, Uhren, Bildern, Leuchten und Frankenthaler Porzellan ausgestattet.

Die architektonische Aufgabe, die Pigage so meisterhaft löste, spiegelt ein gewandeltes fürstliches Selbstverständnis. Die herrschaftliche Repräsentation wurde durch private Wohnbedürfnisse abgelöst. Kammern des behaglichen Komforts, Schlafräume mit Badestuben und Dienstbotengemächer gruppieren sich teilweise um zwei versteckte Innenhöfe. Die privaten Lebensbereiche von Kurfürst und Kurfürstin entsprechen einander in Spiegelsymmetrie, jeder hat gleichberechtigt seinen eigenen Wohntrakt, die Dame im Osten, der Herr im Westen.

Der Park des Schlosses erstreckt sich bis zum Rhein. Er ist nach Angaben von Pigage entsprechend den Gedanken Lenotres angelegt. Als gestalterischer Grundgedanke dient die streng geschnittene geometrische Form, die sich selbst im bewaldeten Teil durch den axialen Wegeverlauf widerspiegelt. Durch den östlichen Schloßflügel mit französischem Garten und dem westlichen Schloßflügel mit englischem Garten werden die gestalterischen Verschmelzungen zwischen Schloß, Park und Gewässer deutlich. Die unterschiedlichen Niveauverhältnisse führen zur optischen Weitung der Räume.

1841 wird nach einer Planung von Maximilian Weyhe der Parkbereich am westlichen Schloßflügel (englische Garten) umgestaltet.