Rochus-Kirche

Die Geschichte der St. Rochus-Kirche lässt sich bis ins 15. Jahrhundert zurückverfolgen. Seit 1448 ist die Verehrung des Heiligen Rochus in Pempelfort überliefert. Bildstöcke, Gebetshäuschen und schließlich eine kleine Kapelle: Das sind die Stationen der Rochusverehrung in Pempelfort. Immer zu Notzeiten flammte die Verehrung auf, die während der Pest von 1448 begonnen hatte. Aber auch bei Epidemien wie der Cholera oder Tierseuchen wurde der Heilige um Beistand gebeten.

1667 entstand eine einfache Kapelle, die das Ziel von Wallfahrten war und für Gottesdienste genutzt wurde. Die Ortschaft Pempelfort gehörte zwar schon seit der Stadterhebung 1288 zu Düsseldorf, lag aber bis Mitte des 19. Jahrhunderts vor den Toren der Stadt. Erst mit der Industrialisierung wuchs die Residenzstadt zum Wirtschaftszentrum am Rhein, und so expandierte kurz vor der Jahrhundertwende auch der Stadtteil Pempelfort.

Ende des 19. Jahrhunderts war die Kapelle zu klein geworden. So wurde 1890/91 die Pfarrgemeinde St. Rochus gegründet. Sie bezog am 2. Mai 1894 nach dreijähriger Bauzeit die vom Düsseldorfer Architekten Josef Kleesattel errichtete neuromanische Kirche, die nach dem Vorbild der staufischen Kirche St. Aposteln in Köln erbaut wurde. Im Zweiten Weltkrieg (1943) wurde die Kirche bis auf den Turm zerstört.

Die 1894 erbaute neuromanische Kirche wurde von dem Düsseldorfer Architekten Josef Kleesattel in dreijähriger Bauzeit errichtet. Ihr Vorbild war die staufische Kirche St. Aposteln in Köln. Stadtarchiv Düsseldorf. Foto von 1908.

Die 1894 erbaute neuromanische Kirche wurde von dem Düsseldorfer Architekten Josef Kleesattel in dreijähriger Bauzeit errichtet. Ihr Vorbild war die staufische Kirche St. Aposteln in Köln. Stadtarchiv Düsseldorf. Foto von 1908.

1953 entschied man sich für einen Neubau. Ähnlich wie bei der Berliner Gedächtniskirche wurde dabei der Turm erhalten und mit einem neuen Gotteshaus nach Plänen des Architekten Paul Schneider-Esleben zu einer neuen Einheit verbunden. Die moderne Kirche ist ein nahezu freistehender, dreiteiliger Zentralbau in Stahlskelettkonstruktion, der von einer kupfergedeckten, aus drei Paraboloidschalen gebildeten Kuppel bekrönt wird. Die Eiform, der von 12 Säulen getragenen Kuppel, wird als Symbol des Lebens verstanden. Damit steht dieser moderne Kirchenbau in der Tradition alter Symbolik. An die Dreifaltigkeit Gottes erinnert der Dreipass-Grundriss; an die 12 Apostel, auf denen das geistige Gebäude der Kirche ruht, erinnern die Säulen.

Die Ausstattungsstücke im Innern der Kirche stammen sowohl von dem Bildhauerei-Professor der Düsseldorfer Kunstakademie Ewald Mataré als auch von dem Architekten Paul Schneider-Esleben.

Die große, den Raum beherrschende Figur, der triumphierende, gekrönte Christus, von Mataré selbst als „Auferstandener” bezeichnet, wurde im Kriegsjahr 1940 geschaffen. Mit seiner schlanken, aufstrebenden Form verbindet der weißlackierte Holzkorpus den Versammlungsraum mit der gewölbten Kuppel. Im gleichen Jahr sind auch seine 14 Kreuzwegstationen entstanden.

Im Vordergrund der erhalten gebliebene Turm mit der Bronzeplastik des Gekreuzigten, vom Düsseldorfer Künstler Bert Gerresheim, im Hintergrund das 1953 von Architekten Paul Schneider-Esleben geschaffene Gotteshaus als ein dreiteiliger Zentralbau, der mit einer kupfergedeckten Kuppel, eine Eiform, bekrönt wird.

Im Vordergrund der erhalten gebliebene Turm mit der Bronzeplastik des Gekreuzigten, vom Düsseldorfer Künstler Bert Gerresheim, im Hintergrund das 1953 von Architekten Paul Schneider-Esleben geschaffene Gotteshaus als ein dreiteiliger Zentralbau, der mit einer kupfergedeckten Kuppel, eine Eiform, bekrönt wird.

Nach einem Entwurf von Paul Schneider-Esleben ist die Taube im Kuppelscheitel gearbeitet: als Symbol für den heiligen Geist. Auch die Entwürfe der Sitze für die Priester und Ministranten, des Altars, des Tabernakels und der Kanzel hat der Düsseldorfer Architekt geliefert.

Anläßlich des Katholikentages 1982 in Düsseldorf schuf der Bildhauer Bert Gerresheim eine monumentale Bronzeplastik des Gekreuzigten, die nach Abschluß der Tagung an der Turmfassade ihren Platz fand. Die Plastik ist dem in Auschwitz ermordeten Franziskanerpater Maximilian Kolbe gewidmet.

Nach Abschluß umfänglicher Renovierungsarbeiten wurde die seit 1988 unter Denkmalschutz gestellte Kirche im September 1991 durch den Kölner Kardinal Joachim Meissner geweiht.

Die St. Rochus-Kirche zählt zu den größten Kirchen in der Landeshauptstadt Düsseldorf und ist als denkmalgeschütztes Bauensemble weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt.